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Schlüsselbein

Das Schulter-Eckgelenk (AC-Gelenk) verbindet Schlüsselbein und Schulterdach beweglich miteinander. Hier können abnutzungsbedingte Schmerzen (Arthrose, Knorpelschäden) oder Verletzungsbedingte Schulterbeschwerden auftreten.

Das Schlüsselbein ist die einzige knöcherne Verbindung des Armes zum Rumpf. Es ist hohen Belastungen ausgesetzt und ist ästhetisch mit einem sehr dünnen Hautweichteilmantel bedeckt. Interessanterweise ist das Brustbein-Schlüsselbeingelenk, auch Sterno-claviculargelenk genannt, sehr selten verletzt. Wenn es schmerzt zeigt die klinische Erfahrung, dass dies häufig mit einer rheumatologischen Erkrankung verbunden ist. Das Schultereckgelenk ist dagegen bei Mountainbikefahrern extrem gefährdet. Ein Sturz auf die hintere Schulter führt fast regelmäßig zum Zerreisen der Bandstrukturen zwischen dem Schulterblatt, dem Rabenschnabelfortsatz und der Gelenkkapsel.

Durch das Hervorstehen des äußeren Endes des Schlüsselbeins entsteht das sogenannte Klaviertastenphänomen. Für Überkopfsportarten, wie zum Beispiel Wurf- und Schlagsportarten oder Schwimmen, ist diese Verletzung sehr einschränkend. Je nach Ausdehnung, die nach der Rockwood-Klassifikation eingeteilt wird, ist eine operative Behandlung zu empfehlen. Diese wird durch uns arthroskopisch mit einer Bandplastik mithilfe des Arthrex Tightrope Verfahrens zwischen dem Rabenschnabelfortsatz und dem Schlüsselbein durchgeführt. Wahlweise kann auch eine Hakenplatte zur Stabilisierung genutzt werden, die jedoch im Nachhinein wieder entfernt werden muss.

Wenn keine Sprengung des Schultereckgelenks vorliegt, kann es auch zum Bruch des Schlüsselbeins kommen. Dies kann in der Mehrzahl der Fälle konservativ mit Hilfe einer Ruhigstellung des Schultergürtels behandelt werden. Nur bei größeren Verschiebungen der Bruchstücke sowie der Gefahr von Komplikationen, wie zum Beispiel das Durchspießen des gebrochenen Knochens durch die Haut, ist eine operative Therapie empfohlen. Diese wird durch uns gern minimalinvasiv mit einem elastischen Markraumdraht (ESIN) oder einer anatomisch geformten Osteosyntheseplatte versorgt.